Gespräche mit Tieren

Luna wurde von ihrer Besitzerin M. bereits als Fohlen erworben und wuchs mit ihrer Mutter und einigen anderen Pferden sehr harmonisch und pferdefreundlich auf. Sie kennt das Fohlen- und Jungpferde ABC und entwickelte sich zu einer selbstbewussten und unerschrockenen Remonte. Als Luna das Anreit-Alter erreicht hatte, wurde sie über den Winter für geplante drei Monate zu einem professionellen Western Bereiter zur Grundausbildung als Western-Freizeitpferd gegeben. Doch Luna lässt sich nicht reiten, fängt an sich zu wiedersetzen und zeigt auf einmal eine für sie sehr ungewohnte, ängstliche Seite. Die Ausbildung verläuft nicht nach Plan und die Besitzerin trifft bei ihren Besuchen auf eine ganz veränderte Luna. Durch eine Tierkommunikation möchte sie abklären, wie sich ihr Pferd fühlt und ob sie den Beritt abbrechen soll.


Tierkommunikation mit Quarterhorse Stute Luna

Wie geht es dir?

Als ich die Tierkommunikation mit Luna beginne, treffe ich sie in einer Box. Es sieht aus, wie eine Innenbox, sie sieht nur Pferde. Luna übermittelt mir ein unruhiges flatteriges Gefühl.  Der Herzschlag ist beschleunigt, sie dreht sich unruhig in der Box. Sie ist besorgt. „ich weiß nicht, was mit mir geschieht. Was soll aus mir werden? Ich möchte nach Hause!“

Luna ist seelisch sehr angeschlagen und verunsichert. Ich teile ihr mit, dass Sie bald wieder nach Hause kommt und ihr altes Leben wieder aufnehmen wird.

„Warum bin ich hier?“ Damit du lernst, den Menschen zu tragen.

„Das kann mir doch meine Besitzerin zeigen! Ich fühle mich hier nicht wohl, ich finde es abscheulich, was ich hier erlebe. Die quälen mich. Ich vermisse mein Zuhause.“

Wie oft wirst du aus der Box genommen?

„Fast jeden Tag. Sie machen dann immer irgendwas mit mir. Meistens bin ich aber in der Box. Ich fühle mich eingesperrt.“

Ich sehe ein Bild, auf dem Luna mit Sattel longiert wird (offenbar an der Trense, in einer Halle). Es gefällt ihr nicht. Sie hat wenig Balance und kommt ins Rennen. Sie muss viel im Kreis laufen. Sie äppelt vor Stress beim Longieren. Ich sehe sie auch unter einem Reiter. Aber dazu gibt es keine weiteren Details. (Später höre ich von M. dass nur wenige Male bis jetzt der Bereiter auf Luna saß ohne sie erfolgreich zu reiten).

Bekommst du genug Wasser und Heu?

„Nein, es ist viel weniger Heu als ich es kenne. Und das Wasser schmeckt mir nicht (ich sehe einen Eimer mit einem brackigen Rest). Ich bekomme aber jeden Tag Wasser. Zuhause habe ich mehr von allem.“

Wie geht es dir körperlich? Tut dir etwas weh tut

„Alles tut mir weh“, klagt Luna.

Der Rücken (Übergang zur Lendenwirbelsäule), der Nacken ist am schlimmsten. Aber auch das Maul, der Kiefer. Ich spüre ein Ziehen im Bauch, Magengegend. Es kann auch Hunger sein.

Warum ziehst du immer zu den anderen Pferden während der Arbeit?

„Ich habe Angst. Ich möchte weg, es ist so unangenehm. Ich möchte zu den anderen Pferden, vielleicht helfen sie mir, ich bin ganz allein mit diesem Menschen!“

Die Bilder, die mir Luna übermitteln, zeugen von wenig gefühlvoller Ausbildung. Luna erlebt die Menschen nun von einer für sie neuen Seite, kühl und geschäftig. Die Ausbildung geht ihr zu schnell und die Methoden findet sie unangenehm.

Luna ist diese Art Umgang mit ihr nicht gewohnt, sie vermisst liebevolle Zuwendung und Ruhe. Wenn Luna sich entzieht, gibt es Druck, was sie noch mehr stresst. Offenbar ein Teufelskreis.

Wie geht es dir während der Arbeit?

„Ich hasse es. Ich habe Angst. Ich vertraue den Menschen hier nicht.“ Sie zeigt mir einen Mann in Jeans herumlaufen und mit einer Frau mit mittellangen Haaren, wie sie Luna beobachten und über sie sprechen. Luna gilt bei ihnen als „schwierig“.

Luna versteht nicht, was der Mann von ihr will und hat Angst vor dem Druck, der ausgeübt wird. Sie wird nach vorn geschickt. Auf kleinem Kreis fehlt ihr die Balance, sie kommt dann ins Rennen und Ausbrechen. Es wird häufig am Zügel/ Longe geruckt. Das findet Luna furchtbar.

Die Ausbildung nimmt ihr jede Freude an der Arbeit mit dem Menschen und auch viel Urvertrauen. Luna ist eigentlich kein „cooles“ Pferd, sondern ein sensibles Pferd, was eine ruhige und freundliche Aufzucht hatte, daher selbstbewusst ist/war und nun aus ihrer Sicht dem Willen eines fremden Menschen unterstellt wird. Das erschüttert sie sehr.

Der Westernsattel stellt auch ein großes Problem dar. Luna verbindet damit nichts angenehmes, sondern nur Druck, einen sehr engen Gurt und an ihren Bauch schlagende schwere Bügel. Sie möchte keinen Sattel mehr tragen während der Ausbildung.

Nach Rücksprache mit Lunas Besitzerin M. teile ich Luna mit, dass sie bereits in wenigen Tagen wieder abgeholt wird. Und dass ihre Besitzerin M. sie künftig selbst weiter ausbilden wird. Die Besitzerin möchte sie mit Unterstützung ihres Freundes zunächst ohne Sattel reiten. Ich bitte Luna um Kooperation dabei und guten Willen und versichere ihr, dass für sie alles gut werden wird!

(Name und Foto wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert)