Gespräche mit Tieren

Gaucho ist ein Dressurpferd und lebt bei seiner Besitzerin am Haus. Sein Problem ist das Verladen in den Pferdehänger, was er sehr ungern toleriert. Dadurch sind Turnierbesuche oder anderweitige Ausflüge kaum möglich. In der Tierkommunikation sollten die Ursachen der Verladeangst herausgefunden werden.


Tierkommunikation mit Gaucho

Erster Eindruck

Gaucho ist ein ausgeglichener selbstbewusster Wallach, der mich würdevoll und nicht gerade überschwänglich begrüßt. Als ich ihn frage, ob er mir einige Fragen beantwortet, frisst er gerade Gras. Er hat nichts gegen unser Interview mit mir.  Er zeigt mir eine paradiesische Umgebung, sehr grün mit weitem Blick über Wiese und Feld. Seitlich sehe ich eine Hauswand. Und einige Bäume.  Er zeigt mir auch einen kleinen Stall, der mir aus Holz zu sein scheint. Er lebt bei seiner Besitzerin am Haus, gemeinsam mit seinem neuen Pferdekumpel.

Wie geht es dir?

„Es geht mir gut! Du siehst, ich habe es schön hier. Aber wir haben wenig Weide. Aber das ist o.k.
Ich werde sehr gut versorgt und habe einen Kumpel hier.“

Er zeigt mir  einen großen dunkelbraunen oder schwarzen Wallach, der aufgeweckt und sensibel wirkt.

„Aber manchmal langweile ich mich etwas. Obwohl meine Besitzerin A. häufig nach uns sieht. Es ist für mich o.k., dass ich gerade Urlaub habe. Aber ich habe auch nichts gegen die Arbeit mit meinem Menschen!
A. sorgt sehr gut für uns. Ich freue mich immer sehr, wenn sie kommt, sie lacht viel. Sie ist ein guter Mensch und ich liebe sie!“

Vom Wesen her ist Gaucho unbedarft, freundlich und klar im Kopf, wenig neurotisch, ich merke direkt, dass er in Deutschland gezogen wurde und auch hier keine schlechten Erfahrungen mit Menschen hatte.
Gaucho berichtet mir, dass er als Turnierpferd mit seiner Besitzerin A. schon auf ein paar Turnieren war. Er fühlte sich dort recht wohl, auch wenn es aufregend war. Die Prüfungen fand er nicht so schwer und A. hat ihm keinen besonderen Stress gemacht. Und er musste dorthin nicht mal im Hänger fahren, sondern konnte laufen.

Wie fühlst du dich in deinem jetzigen Zuhause?

„Mir geht es gut hier. Ich kenne das hier aber auch schon, war früher schon mal hier. Aber damals noch mit einem anderen Kumpel (kleinerer Wallach, mit braun und weiss), den vermisse ich sehr. Er ist gestorben. Ich mochte ihn sehr. Er war mein Ziehvater.
Aber ich habe ein sehr gutes Leben bei meiner Besitzerin. Ich weiß, dass es vielen Pferden weniger gut geht als mir. Aber ich würde gern mal wieder raus ins Gelände! Das macht A. zur Zeit nicht mit uns. Vielleicht wegen meinem neuen Kumpel, der das noch nicht so kann.“

Wie fühlst du dich wenn du auf einen Pferdehänger verladen werden sollst?

„Oh, ich mag das gar nicht! Wenn hinten geschlossen wird, drehe ich durch. Ich habe solche Angst, eingequetscht zu werden! Vor allem mag ich nicht, wenn ich hinten gedrückt werde.“

Tut es dir da weh?

„Es hat auf jeden Fall mal SEHR wehgetan.“

Er zeigt mir, dass er sehr empfindlich an seinem Hinterteil, an der Schweifrübe ist.

„Ich möchte da hinten nicht so mit der Stange (der Sicherungs-Stange) rangedrückt werden. An der Schweifrübe. Das finde ich furchtbar! Ich versuche dann, aus dem Hänger rauszukommen.“

Seit wann ist das so?

„Schon lange.“ (er weiss nicht genau, seit wann)

Ist es besser, wenn ein anderes Pferd mit dir fährt?

„Es ändert nichts an meiner Angst.“

 Wie könnte deine Besitzerin dir dabei helfen?

„Warum muss ich denn da hinten so eingequetscht werden? Das ist eine Schwachstelle von mir. Es erinnert mich an schlimme Schmerzen.“

Er mag nicht mehr darüber reden, aber gab wohl auch ein einschneidendes Ereignis als er noch ein jüngeres Pferd war. Ich muss an ein Problem nach der Kastration denken, wo Wallachen manchmal die Schweifrübe zu stramm abgebunden wird. Der Bodyscan bestätigte die sensibilisierten Bereiche seines Körpers, die bis in das Becken hineinführen und auch das Basischakra betreffen.

Später höre ich im Telefonat mit der Besitzerin, dass Gaucho sich die Schweifrübe als Jungpferd bei einem Sturz auf der Weide gebrochen hatte, als Folge davon ein Stück amputiert werden musste.

Ideen für Gaucho

  • Den noch immer blockierten Bereich der Schweifrübe für einige Wochen 2 mal wöchentlich mit Tellington Touches (Schweifarbeit nach Linda Tellington Jones behandeln)
  • Beim Verladetraining ein Körperband einsetzen
  • Verladetraining mit Clickern kombinieren. Dabei viel Zeit nehmen, nicht zu schnell voranschreiten!

Nachtrag:

Kurze Zeit darauf ließ sich Gaucho deutlich besser in den Hänger verladen.

Name und Foto wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.