Gespräche mit Tieren

Brenda ist eine junge Perserkatze, sie lebt mit 3 weiteren Hauskatzen und einigen Hunden in einem großen Haus, das aus mehreren Wohneinheiten besteht. Brenda ist mit Abstand die Jüngste und die einzige Rassekatze. Sie gehört eigentlich der jüngsten Tochter der Familie. Sie findet jedoch keinen Anschluss an die anderen Tiere der Familie und hat zudem eine Art Fresssucht entwickelt und wiegt bereits 7 kg. Brenda zieht sich immer mehr von allen zurück und lebt nur noch in einem Nebenraum. De Besitzer sind ratlos und beauftragen eine Tierkommunikation als letzte Hoffnung.


Tierkommunikation mit Perserkatze Brenda

Erster Eindruck von Brenda

Brenda kauert gerade auf einem hellen Schrank in einem eher dunklen Raum, als ich sie treffe. Sie ist eine ruhige, sehr freundliche Katze und wirkt ziemlich unsicher. Sie wirkt vom Wesen her noch deutlich jünger als zwei Jahre. Ihr Gemütszustand zum Zeitpunkt der Tierkommunikation ist besorgt.

Was machst du?
Ich warte.“

Worauf denn?
„Dass jemand kommt und mir etwas gibt.“

Futter?
Ja, Futter. Aber auch dass mich jemand beachtet.“

Fühlst du dich wohl in deinem Zuhause?
„Ich weiß nicht.“

Brenda stellt ihr Leben nicht grundsätzlich in Frage, sie kennt es einfach nicht anders. Sie versucht sich mit ihrem Leben zu arrangieren. Aber sie fühlt sich „anders als die anderen“ , die sie als „cool“ und viel aktiver als sich selbst empfindet. Als Gruppe, zu der sie nicht so recht zählt. Das ist keine Seltenheit für eine Langhaarkatze in einer EKH Gruppe… Ich forsche nach Gefühlen. Gefühle von Behaglichkeit wollen sich nicht einstellen. Sie erscheint mir unruhig, unsicher, getrieben und süchtig. Aber sie liebt ihre Menschen, zeigt mir vor allem die Frauen, zu denen fühlt sie sich sehr hingezogen. Jedoch mehr zu der Mutter als zu der Tochter der Familie.

Wie siehst du dich selbst? Welche Aufgabe hast du in der Familie?
„Ich bin nicht besonders wichtig. Ich habe keine Aufgabe. irgendwie gehöre ich nicht dazu“.
Vermittelt mir eine Gefühl von Einsamkeit, die sie umgibt. Sie fühlt sich den anderen Katzen nicht so zugehörig.  Sie ist das 5. Rad am Wagen, rangniedrig, unterwürfig.
Ich spüre auch Schuldgefühle und einen selbst empfundenen Mangel an Selbstdisziplin

Warum bist du so wenig bei den anderen im Wohnbereich?
„Dort gehöre ich nicht hin. Ich darf dort nicht sein. Es ist nicht mein Revier. Ich bewohne diesen Teil unseres Reviers hier“. (sie verweist auf den Hauswirtschaftsbereich, der wie ein Anbau ist. Dort gibt es wohl noch einen Raum ausser der Küche und einen Flur, in dem sie sich aufhält um zu lauschen.)

Brenda sagt, der Wohnbereich sei überfüllt mit Tieren. Sie braucht mehr Abstand zu den anderen um sich wohl zu fühlen. Sie übermittelt mir das Gefühl, im Dunklen zu leben.

Wer möchte dich dort nicht haben?
Brenda zeigt mir eine ältere dunkle Katze. Etwas später zeigt sie mir noch einen grau getigerten Kater, der sie wegschickt. Die anderen Katzen sind deutlich älter, selbstbewusst, agil und ein Team. Dieses wegschicken erfolgt durch Gesten und dezentes katzentypisches Verhalten. Ich sehe keine offene Auseinandersetzung. Brenda würde es auch nicht darauf ankommen lassen, da sie feine Antennen hat. Sie zeigt viel Beschwichtigungsverhalten wenn sie die anderen trifft. Brenda wird von ihnen nicht richtig ernst genommen, hat keine festen Beziehungen.

Warum frisst du so viel?
Brenda konzentriert sich auf das Futter, weil sie damit auch die Ausgrenzung kompensiert. Sie empfindet viel Hunger. Es hat sich eine Art Fresssucht herausgebildet. Das Futter ist Fertigfutter (vorwiegend Trockenfutter) und trägt mit seinen Lockstoffen noch dazu bei. Sie ist auf das Fressen fixiert. Es ist ihre Beschäftigung.
Weder ihr Körper noch ihre Seele bekommen genug von dem „richtigen“. Daher versucht sie über Masse Ausgleich zu schaffen. Brenda hat keine feste Beziehungen und hat sich auch etwas in Abseits manövriert.

Vermisst du etwas?
Brenda wirkt depressiv und traurig. Sie hat das Gefühl, zu kurz zu kommen, nicht genügend Beachtung zu finden. Hat auch Ängste, dass man ihr etwas wegnehmen könnte, dass sie nicht genug bekommt.
So wie Brenda als Katze ohne Freigang derzeit lebt, kann sie nur wenige Erfahrungen machen und ist in ihrem Leben und ihrer Entwicklung sehr eingeschränkt.

Bodyscan

  • Behäbiges, stark übergewichtiges Körpergefühl/ erschöpft
  • Gleichzeitig unruhig
  • Leber, Bauchspeicheldrüse
  • Schilddrüse

Möchtest du lieber woanders leben?
Darauf kann gibt mir Brenda keine Anwort, da sie unerfahren ist und keine Alternativen kennt. Brenda wäre es lieber, wenn weniger andere Tiere in ihrem Lebensraum lebten. Aber sie will auch keinen rauswerfen, das würde nicht zu ihrer Persönlichkeit passen. Sie ist stressempfindlich und würde mehr Ruhe schätzen. Dass sich Brenda nicht wohl fühlt, ist jedoch deutlich geworden. Sie lebt weit unter ihren Möglichkeiten.

Resumé:

Die Lebenssituation mit der großen Katzengruppe ohne Freilauf ist für Brenda nicht ideal. Sie ist als einzige Langhaarkatze und als Jüngste der Gruppe nicht richtig integriert worden. Die – mit vielen Tieren und Job beschäftigten – Menschen haben sich nicht genug mit Brenda befasst, um das Eis zu brechen, so wurde Brenda eine Außenseiterin und dazu noch fresssüchtig. Ich rate der Familie, ein besseres Zuhause für Brenda in Erwägung zu ziehen und sie auf ein gesünderes, natürlicheres Futter umzustellen.

Nachtrag:

Brendas Besitzerinnen waenr durch die Tierkommunikation regelrecht aufgerüttelt worden und bemühten sich fortan sehr um Brendas Integration. Der Futterwechsel bekam der übergewichtigen Brenda hervorragend. Sie wurde schlanker, agiler, gesünder und traute sich mehr. Inzwischen ist sie ein integriertes Mitglied der Familie.