Gespräche mit Tieren

Wie lange und wie soll man chronisches behandeln lassen?

Heute geht es mal um ein Thema, das in letzter Zeit immer stärker in den Fokus rückt. Ich möchte über die Tierkommunikation mit stark oder chronisch erkrankten Tieren schreiben. Angeregt für diesen Beitrag wurde ich durch eine Tierkommunikation, die ich vor kurzem mit dem Zwergkaninchen Bobby führen durfte. Jedoch sind ähnliche Fälle recht häufig anzutreffen.

Bobby ist ein 9 Jahre alter Kaninchenbock. Seine jetzige Besitzerin hat ihn aus „schlechter Haltung“ gerettet, damit gemeint ist, dass der kleine Bock in einem der handelsüblichen Käfige lebte, einmal täglich rausdurfte und mit handelsüblichem Futter ernährt wurde. Er überlebte zwar seinen langjährigen Kameraden, aber inzwischen war er nierenkrank und auch inkontinent geworden.  Auch hatte er aufgrund der Fütterungsfehler die bei Nagern häufigen Probleme mit den Zähnen.  Die Besitzerin gab ihm Schmerzmittel, weil sie befürchtete, dass er Schmerzen haben könnte.

Ihr fielen besonders die Augenprobleme des Kaninchens auf, denn diese waren entzündet und wurden in einer aufwändigen und schmerzhaften Prozedur immer wieder bei einer Tierärztin mit Laser behandelt. Zeit und Geld wurden nicht gespart, denn die Tierschützerin wollte schliesslich wieder gut machen, was andere an dem Kaninchen „verbrochen“ hatten.

Die Informationen, die vom Kaninchen übermittelt wurden, waren in erster Linie der Wunsch, sich zu verkriechen. Er wollte sich am liebsten nur noch in die anderen beiden Kaninchen hinein kuscheln. Er hatte auch keinen Wunsch mehr nach Bewegung. Vor allem aber hatte das Zwergkaninchen Angst vor Behandlung und Fahrten zum Tierarzt.

Die Kleintiere, aber auch Katzen, leiden oft unverhältnismäßig unter der Prozedur, zum Tierarzt gebracht und dort untersucht und behandelt zu werden! In früheren Zeiten (bis vor ca. 25 Jahren) wurden Kleintiere und Katzen nur im Notfall zum Tierarzt gebracht, also bei Unfällen oder zum Einschläfern. Heutzutage ist der Tierarzt gerade für diejenigen Tierfreunde, die sich sehr viel Mühe geben möchten, einen regelmäßigen Termin wert. Es geht um Prophylaxen, wie Impfungen, Checkups etc. – Der Mensch betrachtet regelmäßige Prophylaxen nun auch bei seinem tierischen Freund als normal und unumgänglich. Wird uns doch auch immer wieder eingeredet, ohne Prophylaxen könne man nicht gesund bleiben.

Aber auch durch Fehlfütterung (z.B. mit Trockenfutter/ Getreide) werden gerade bei Nagern häufig auch langwierige Zahnbehandlungen nötig, da sie sonst nicht mehr richtig fressen können und verhungern müssen. Hierdurch werden diese stressanfälligen Tiere jedoch sehr stark beansprucht und entwickeln oft Phobien gegen Berührungen jeder Art. Sie möchten nicht mehr gern hochgenommen werden.

Das Kaninchen vom Anfang dieses Beitrags jedenfalls übermittelte mir hauptsächlich folgende Botschaft: „ich möchte nicht mehr behandelt werden. Meine Besitzerin soll mich in Ruhe meinen Weg gehen lassen, der nicht mehr lang ist.“

Wenn der Mensch nur in seinen Dimensionen denkt

Die Besitzerin war nicht wirklich glücklich mit dieser Kaninchenbotschaft von ihrem Bobby und konnte sie nicht recht akzeptieren. Für sie war und ist die Maxime, alles medizinisch Mögliche für ein Tier zu tun, so lange, bis der Tierarzt zum Einschläfern rät oder sie selbst das Gefühl bekam, nun geht nichts mehr. So hatte sie bei ihren anderen Tieren auch gehandelt. Gleichzeitig hatte sie ein schlechtes Gewissen dem Tier gegenüber. Sie war sich nicht sicher, ob sie richtig verfuhr. Aus diesem Grund sollte eine Tierkommunikation die Sichtweise von Bobby beleuchten.

Jedoch konnte die Besitzerin mit der Sicht des Kaninchens (alles anzunehmen, wie es kommt, aber gleichzeitig eine intuitive Angst vor zugefügtem Schmerz und Überwältigung durch Menschen zu haben) nicht nachvollziehen und ging schon zwei Tage später wieder zum Tierarzt mit ihm. Ihr machte vor allem die Vorstellung Angst, er könne Schmerzen erleiden. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass für das kleine Tier jede einzelne Spritze einen starken Stress, ähnlich wie ein kurz bevorstehender, gewaltsamer Tod bedeutet. Dass für ihn dagegen chronische Schmerzen mit Gleichmut und Hingabe erduldet wurden.
Für die Dame ging es darum, human zu sein und die Lebenszeit zu verlängern. So lange wie es geht, oder zumindest bis sie ihn einschläfern lässt…

Nur drei Wochen nach der Tierkommunikation ging Bobby dann auch wirklich über die Regenbogenbrücke.

Früher war es anders… und nicht unbedingt schlechter!

Alle diejenigen, die so alt sind, dass sie bereits vor der Pharmakologisierung der Tiermedizin Haustiere hielten (also vor ca. 20-30 Jahren), mögen sich erinnern, dass es früher weniger kranke Tiere gab. Fehlernährung, Vergiftungen, Stress – all das macht nicht nur uns Menschen krank sondern auch die Tiere. In der Tierkommunikation teilen uns die Tiere häufig mit, dass sie Angst vor Behandlungen haben. Viele Katzen behaupten, der Tierarzt würde ihnen schaden. Manche Katzen und auch Pferde müssen sogar narkotisiert werden für jede Behandlung. Menschen, die ihre panischen Tiere gegen deren Willen zum Tierarzt zwingen, fühlen sich anschließend oft schlecht. Vor allem wenn eine lange, qualvolle Behandlungsserie dann in der Euthanasie endet.

Ich hoffe, immer mehr Menschen beginnen, auf ihre Tiere zu hören. Vielleicht können wir von ihnen lernen, dass wir uns sehr oft selbst helfen können. Dass Angst vor Krankheit ein schlechter Ratgeber ist. Dass uns dort, wo wir uns Hilfe erwarten, nicht immer geholfen wird. Dass Heilung auf verschiedenen Ebenen abläuft.