Gespräche mit Tieren

Maya ist eine junge ehemalige Strassenkatze, die vor einem Jahr von einem Tierschutzverein nach Deutschland vermittelt wurde. Sie war immer sehr scheu und ängstlich, aber seit einigen Wochen ist sie nachts sehr unruhig und maunzt viel. Dazu uriniert sie seither auch in die Wohnung. Seit einigen Wochen weckt ihre Menschen zwischen 03:30 und 04:30 Uhr nachts. Sie läuft dann rum und maunzt ganz laut. Sie macht es, ganz gleich ob sie im Bett schläft oder im Wohnzimmer. Selbst wenn ihre Menschen aufstehen, sie füttern oder die Balkontüre öffnen, damit sie raus in Garten kann, kommt sie doch immer wieder und weckt alle. Die Stimmung in der Familie ist sehr schlecht und gereizt dadurch. Die Tierkommunikation soll eine Lösung für das Dilemma bringen.


 Tierkommunikation mit Katze Maya

Maya erschien schnell, als ich sie in der Tierkommunikation um ein Gespräch bat. Sie ist eine zierliche, sensible junge Katze, die in ihrem ersten Lebensjahr in Bulgarien schon viel erlebt hat. Der erste Gesamteindruck, den ich von ihr bekomme, ist der einer nervösen und getriebenen Katze, die nicht so recht weiß, was sie mit sich anfangen soll und wo sie hingehört. Sie übermittelt mir Bilder und Gefühle, außerdem einige deutlich formulierte Botschaften.

Wie geht es dir (Bodyscan) zur Zeit?

Ich darf mich in Mayas Körper hineinspüren. Sie ist leicht und beweglich. Sie hat keine körperlichen Schmerzen oder Beeinträchtigungen. Dennoch ist ihr Körpergefühl nicht gut, denn sie ist voller Sorgen und Ängste. Dies macht sich körperlich durch Herzrasen und beschleunigten Puls bemerkbar. Diese Zustände sind nicht dauerhaft, aber sie treten vor allem in bestimmten angstbesetzten Situationen auf. Daher fragte ich Maya:

Warum bist du nachts so unruhig und weckst alle?

Hierauf bekam ich sehr deutliche Antworten in Form von Szenen und Gefühlen. Maya zeigte mir, was sich in ihr abspielt. Sie wacht häufig aus Alpträumen auf, in denen sie von Panik geplagt wird. Sie lebt dann im Wachzustand weiter in ihrer Panikhaltung und wird von dem Gefühl beherrscht, dass Gefahr besteht und alle gewarnt werden müssen. Es zeigen sich Bilder aus ihrer Jugend, wo sie stets sehr auf der Hut sein musste. Es gab vielerlei Gefahren auf den Straßen ihrer Kindheit, vor allem durch Autos und Menschen. Ein normales artgerechtes Leben in der Natur ist ihr unbekannt gewesen. Menschen hat sie damals nicht als persönliche Vertrauenspersonen gekannt. Ihre sozialen Kontakte waren andere Katzen.

Maya wurde aus ihrem stressigen Leben als eine unter vielen anderen Strassenkatzen in Bulgarien in eine heile Katzenwelt nach Deutschland gebracht und kann sich noch immer nicht richtig auf dieses neue, bessere Leben einstellen. Zum Teil kämpft sie mit Traumata aus dem früheren Leben. Zum anderen Teil vermisst sie Bestandteile ihres früheren Lebens, vor allem das Leben in der Gemeinschaft mit anderen Katzen.

Maya ist nun eine erwachsene Katze und wird allmählich immer deutlicher mit diesen aufsteigenden Eindrücken konfrontiert, da sie nun anfängt „aufzuwachen“ aus dem reinen kindlichen Überlebensmodus. Es wird klar, dass sie noch gar nicht richtig hier angekommen ist. Sie empfindet eine Zwiegespaltenheit.

„Ich bin so allein“ ist eine Botschaft, die sie mir häufig mitteilt während der Tierkommunikation.

Und „Leo ist nicht mein Freund“. Die Beziehung zu Leo erscheint ein wenig so, als wenn es sich um verschiedene Arten handeln würde. Sie haben wenig gemeinsames. Es fehlt Maya dadurch eine wichtige Bezugs“person“, ein tierischer Freund.

Es wird deutlich, dass Maya oft nichts richtig anzufangen weiß mit sich. Dass sie bei ihren Freigängen nicht die Dinge tut, die normale Katzen tun würden (Mäuse fangen, Reviergrenzen prüfen, „Schichtwechsel“ der Katzen beobachten etc.).

Eine weitere Frage von Maya ist deswegen „Warum bin ich hier? Was ist meine Aufgabe hier?“

Maya fühlt sich vor allem zu ihrem Frauchen C. hingezogen. In ihrer ruhigen (nicht aufbruchgeprägten) Gegenwart fühlt sich Maya wohl.

Sie fühlt sich aber zu selten beachtet, sie vermisst Nähe. Sie fühlt sich oft einsam und unglücklich. All dies zusammen führt zu ihren Ausbrüchen, Alpträumen und auch zum Urinieren.

Resume:

Die Ursachen für Mayas Verhalten entstanden aus ihrem Vorleben bzw. ihrer individuellen Art damit umzugehen und außerdem durch empfundene Isolation. Maya bräuchte für ein erfolgreiches „Umpolen“ von der Strassenkatze zur geliebten Hauskatze etwas veränderte Voraussetzungen. Einer der Gründe für ihr Zögern, sich einfach ganz auf das neue behütete Leben einzulassen, mag an dem Grundmuster liegen, weswegen sie ins Haus geholt wurde. (Als Ersatz für die verstorbene Lea). „Ersatzkatzen“ sind häufig unsicher, habe ich festgestellt, selbst wenn sie nicht aus katzenunfreundlichen Herkunftsländern kommen.

Auch hängt Maya noch zu sehr an den Dingen aus ihrem alten Leben fest, sei es die Gesellschaft vieler anderer Katzen, darunter auch Familienangehörige und Freunde oder die negativen Aspekte, die sie traumatisiert haben. Maya braucht mehr Gesellschaft, in der sie Nähe und Bindung herstellen kann.

Kleine persönliche Rituale, mit denen ihre Position in der neuen Familie gestärkt und anerkannt wird können eine Besserung bewirken. Außerdem können energetische Methoden helfen, Maya ein besseres Lebensgefühl zu vermitteln und ihr mehr Stärke und Vertrauen in das Leben zu vermitteln. Liebe und Zuwendung – egal in welcher Form – sind auch in Mayas Fall der Schlüssel zur Lösung ihrer Probleme.

Nachtrag:

Ich gab der Besitzerin einige konkrete Tipps wie sie täglich ein kurzes Ritual mit Maya abhalten kann um ihre Position in der Familie aufzubauen. Bereits zwei Tage später hatte Maya aufgehört, nachts zu schreien und in die Wohnung zu urinieren. Zwei Wochen später war sie dazu noch wesentlich zutraulicher geworden, ging aktiver auf Kater Leo zu und versteckte sich auch nicht mehr wenn Besuch kam. Sie war Teil der Familie geworden.