Gespräche mit Tieren

Johnny, 3 jähriges Glatthaar Meerschweinchen „Böckchen“

Johnny ist das Meerschweinchen meiner Tochter Y.. Sie hängt sehr an ihm und die beiden haben ein tolles Vertrauensverhältnis, was auch nach aussen sehr deutlich wird, da Johnny dies durch sein Verhalten offen zeigt. Er kann eine Menge Tricks und bis jetzt hat noch jeder gestaunt über ihn, da man Meerschweinchen ja im Allgemeinen nicht so viel Verstand zutraut.

Leider hat Johnny vor kurzem einen Abzess am Kiefer bekommen und wurde operiert. Eine Weile ging es ihm besser, aber nun wird die Backe schon wieder dick. Die Tierkommunikation sollte hier helfen herauszufinden, wie Johnny selbst zu den Themen Krankheit, Behandlung durch Tierärzte, Tod steht.

Ich gebe das Gespräch wieder, welches wir führten und schreibe abschließend noch über meine weiteren Erkenntnisse und wie sie sich dann nachträglich in der Realität zeigten.

Meine Fragen an Johnny lauteten:

Wie geht es dir? Hast du Schmerzen? Hast du bestimmte Wünsche? Deine Zähne sind so schief geworden und die Backe scheint wieder dick zu werden. Was möchtest du, das wir für dich tun?

 

„Es geht mir gut. Ich habe keine Schmerzen. Als mein Kiefer aufgeschnitten wurde, ging es mir nicht gut. Ich habe mich tagelang schlecht gefühlt und war zittrig und schwach. Das ist nun vorbei.

Wenn ihr es wünscht, gehe ich nochmal mit zum Arzt. Aber ich möchte nicht mehr operiert werden. Ich mag die kalten Tische nicht. Möchte nicht mehr so schwach sein und so schlecht im Bauch.

Macht euch keine Sorgen um mich! Ich bin ein Meerschweinchen und habe die Fähigkeit, mich sehr gut an meine Umwelt anzupassen. Das gilt für das Leben wie für das Sterben. Ich habe keine Angst zu sterben, so wie ihr. Ich möchte nur nicht lange leiden, so wie jedes Lebewesen.

Jetzt lebe ich aber noch gern in meinem Körper. Ich fresse sehr gern Gras und Heu und auch Kräuter. Die Knabbereien von meiner Freundin Y. (meiner Tochter) liebe ich auch sehr. Der neue Käfig ist dunkler, aber O.K.

Ich brauche etwas mehr Bewegung. Es wäre schön, wenn ich öfter raus könnte und über den Flur laufen. Caramello ist netter zu mir geworden seit ich krank war. Er ist ein guter Kumpel von mir, aber kein echter Freund.
Y.
ist meine liebste Freundin. Ich liebe sie sehr und freue mich immer über ihr helles Lachen. Gern würde ich noch mehr mit ihr spielen. Ich vertraue ihr und ich finde es toll, dass ein Mensch so mit mir befreundet sein möchte!

Ich möchte nicht, dass Y. mich als krankes schwaches Tier sieht oder mich so behandelt. Sie soll mich so sehen, wie ich eigentlich bin. Es ist schön, wie ihr an uns denkt und dass ihr Kontakt mit uns aufnehmt. Das Leben als Meerschweinchen in Gefangenschaft ist oft langweilig. Wir sind oft unterfordert.

Dich beobachte ich auch. Manchmal tust du mir leid. Du bist irgendwie genauso gefangen wie ich. Musst so viel vor dem Bildschirm an einer Stelle sitzen.

Sag‘ Y., ich bin in Ordnung. Wenn meine Zeit abläuft, soll sie eines wissen: ich lebe weiter, gehe nur nach Hause, wo auch Jack ist. (Jack war der Bruder von Johnny, er starb an Herzversagen) Und die Erinnerung an unsere Freundschaft und an unser Vertrauen bleibt bestehen.

Jonny und Jack(Ich seufze, als das Bild von Jack in mir hochsteigt.) Ach Jack, den vermisse ich auch sehr. Er war auch so besonders, so ein bisschen wie du! Er wollte auch so sehr den Kontakt mit uns Menschen und hatte auch so einen bewussten Blick.

Ja, das stimmt. Er hat auch viel Bewusstsein gehabt, so wie ich. Aber er war noch empfindlicher als ich. Mein Bruder Jack und einige andere warten auf mich.

Ich danke Johnny und nehme seine ungewöhnlichen Worte und das Bild von Jack mit in mein Wachbewusstsein.

 

 

Nachtrag:

Wir konnten es leider nicht lassen und ließen Johnny einige Wochen später nochmals operieren, als seine Backe wieder so dick war und es um Leben und Tod ging. Diesmal wählten wir die Tierärztin besser aus. Sie machte eine professionellere Narkose und ein Röntgenbild, und es wurde auch gleich der schlimme Zahn mit entfernt. Es half nichts. Die Entzündung heilte zwar diesmal ab, aber Johnny konnte aufgrund eines Kiefertraumas seitdem nie wieder normal fressen und musste mehrmals täglich einen Spezialbrei bekommen. Er starb nach monatelangem Kampf um jedes Gramm Körpergewicht und einigen weiteren Untersuchungen. Am Ende seines Lebens hatten wir alle enorm viel gelernt, seine beste Freundin Y. hatte mit Tierkommunikation begonnen und wir hatten verstanden, dass Medizin nicht alles ist und dass ein Leben sehr zerbrechlich ist, auch wenn es ein „Danach“ gibt. Wir trauern noch immer um Johnny. Sein Kumpel Caramello hat ihn bis zum Schluss liebevoll gepflegt und bewacht.

Wir haben unsere Lehren gezogen und halten unsere Meerschweinchen nun in einem weitaus größeren Käfig in einer Vierergruppe. Sie sollen ab diesem Jahr den Sommer ganz draussen verbringen.

Zur Haltung von Meerschweinchen möchte ich noch unsere Erfahrungen mitteilen:

Meerschweinchen sollten nicht in den viel zu kleinen in Zoohandlungen angebotenen Standardkäfigen gehalten werden! Sie können darin nicht glücklich sein. Sie brauchen Gesellschaft, das ist sehr wichtig! Und bei der Fütterung sollte man auf getreidehaltiges Trockenfutter oder Leckerli ganz verzichten und Gemüse oder gar Obst sollten auch nicht der Hauptbestandteil der Nahrung sein, denn das macht zu schnell satt. Die Hauptnahrung sollte sehr gutes Heu und Gras, sowie Wiesenkräuter sein. Alle anderen Nahrungsmittel schleifen die Zähne nicht genug ab und es kommt zwangsläufig zu Zahnproblemen. Die Kleintierpraxen sind voll mit Kaninchen und Meerschweinchen, die solche Zahnprobleme haben. Der Markt an Spezialbreis für zahngeschädigte Nager boomt….